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  Emotionen einer Stimme ( Efan Heller 2004)
   
 

Helen Jordans gefühlvolle, musikalische Sinnlichkeit ist die Seele eines Chansonabends der besonderen Klasse. Charmant, elegant, liebevoll, ironisch, sowie hin und wieder melancholisch vermittelt Jordan ihr Repertoire ohne ihre eigene Identität zu verlieren oder zu verleugnen.
Beeindruckend die beachtliche Dynamik und der einzigartige Charme ihrer Altstimme. Die Fähigkeit zartes, Liedhaftes genauso überzeugend zu gestalten wie kraftvolle Passagen, in denen sie ihr Stimmvolumen umfassend zur Geltung bringen kann, sowie ihr ausgeprägtes Musikgefühl, ergeben einen Ohrenschmaus besonderer Qualität. Jordans Darbietung von Musik ist ein akustischer Leckerbissen, eine Wohltat für Herz und Seele. Laut Presseurteil trifft Jordans Stimme den "Originalton Alexandras aus den 60er Jahren", sowie einen "Zarah-Leander-verdächtigen Alt, dessen sonore Erotik selbst einen James Dean zum Dahinschmelzen gebracht hätte".

Wer ist Helen Jordan?
Helen Jordan ist ein optimistischer Mensch voller Pläne und Hoffnungen - ohne die Realität aus den Augen zu verlieren. Ich habe Freude am Leben, bin dankbar, dass ich singen darf und viele versierte Musikerkollegen habe, die auch gerne mit mir musizieren. Mein Wunsch ist, dass Menschen aus den Konzerten gehen mit dem Gefühl, es war gut, dort gewesen zu sein. Das größte Kompliment war als jemand sagte, "ich bin so froh, dass mich meine Frau mitgeschleppt hat. Mir ging es nicht gut und jetzt ist der Stress und die schlechte Laune verflogen".

Seit wann wollten Sie Sängerin werden?
Ich wollte singen und ich habe gesungen, seit ich klein bin. Meine Eltern hörten viel Klassik, aber es gab auch einige internationale Schlager und Folklore aus Italien, Portugal und Japan, die meine Mutter aus ihrer Zeit bei der Lufthansa und den vielen Reisen mitgebracht hatte. In besonderer Erinnerung sind mir noch, eine spanische und eine japanische Single, dann liebte ich Schuberts Forelle, das Ave Maria und vor allem die große portugiesische Sängerin Amalia Rodrigues. Es gab eine Phase des Ausprobierens, was man mit der Stimme alles machen kann. Mich faszinierte die Tiefe von Zarah Leander, aber genauso die Gesangsakrobatik von Nina Hagen, die ja eine ausgebildete Opernstimme hat. Die wehmütigen Lieder der Alexandra haben es mir auch angetan, und die Lieder, die ich bisher geschrieben habe gehen auch fast immer in die Molltonlage. Eine wichtige musikalische Entdeckung - vielleicht die wichtigste war MAHALIA JACKSON. Ich fing sofort Feuer und Flamme. Die Musik, die Stimme, die Inbrunst haben mich bis heute nicht losgelassen.

Musik braucht keinen Menschen, aber jeder Mensch braucht Musik. Wie sieht das Helen Jordan?
Dass der Mensch Musik braucht davon bin ich völlig überzeugt. Lieder und Rhythmus finden sehr schnell den Weg zu den geheimsten Plätzen der Seele. Aber Musik braucht natürlich den Menschen, nämlich den, der das Instrument in die Hand nimmt, die Musik spielt und seine Stimme zur Verfügung stellt. In jeder Kultur ist Musik verwurzelt, darum denke ich, dass dies ein ganz großes Geschenk Gottes ist, das wir Menschen in uns tragen.

Dann werden Sie auch ein klares Lebensmotto haben, oder?
Ja ! "Was du nicht willst das man dir tu, das füge keinem andern zu." Das klingt zwar jetzt ganz pauschal und bezieht sich nicht auf die Musik, aber ich denke man sollte Freude geben wo es möglich ist, anderen Menschen Achtung und Respekt zeigen, weil man es ja auch selber bekommen möchte. Wir brauchen auf jeden Fall wieder mehr positive Botschaften in Musik und Medien, weg von der Oberflächlichkeit und dem Sexismus, und weg von der Wegwerfgesellschaft, deren Mentalität sich bereits in den Beziehungen ausgewirkt hat. Niveauvolle Lieder oder humorige Texte tragen bestimmt dazu bei, dass die Zuhörer, wenn sie rausgehen, nicht gerade aggressiv, schlecht gelaunt oder trübsinnig sind, sondern möglichst beschwingt und lebensfroh nach Hause gehen.

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